Nach mehreren Rissen von Nutztieren: Graubünden will Wölfe schiessen

Trotz verstärktem Herdenschutz haben Wölfe im Kanton Graubünden vermehrt Nutztiere gerissen. Im Prättigau soll deshalb ein Wolf geschossen werden. Weitere Abschüsse werden geprüft.

Trotz verstärkten Schutzmassnahmen reissen die Wölfe im Kanton Graubünden Schafe und Ziegen. (Symbolbild)

Trotz verstärkten Schutzmassnahmen reissen die Wölfe im Kanton Graubünden Schafe und Ziegen. (Symbolbild)

Keystone

Obwohl auf vielen Alpen im Kanton Graubünden die Schutzmassnahmen vor Wolfsrissen in diesem Jahr nochmals verstärkt worden sind, gab es in jüngster Zeit im Prättigau und in der Mesolcina vermehrt Risse – zusätzlich zu denen in den verschiedenen Gebieten in der Surselva und im Hinterrhein. Das teilte das kantonale Amt für Jagd und Fischerei am Dienstag mit. Die Wölfe rissen zahlreiche Schafe sowie eine Ziege, verletzten ein Kalb und zwei Esel in einem umzäunten Bereich.

Damit wurden in der diesjährigen Weidesaison bisher 106 Schafe und eine Ziege von Einzeltieren oder Wolfsrudeln gerissen. Diese Schadenszahlen entsprechen ungefähr jenen des Vorjahres, wie es weiter heisst.

Einzelwolf im Prättigau ist besonders auffällig

Besonders auffällig ist ein Einzelwolf im Prättigau, der innert kurzer Zeit zahlreiche Schafe in einem geschützten Bereich gerissen hat. Der Kanton will ihn deshalb abschiessen und hat die entsprechenden Massnahmen eingeleitet.

Auch im Streifgebiet der beiden Wolfsrudel Valgronda und Stagias in der Surselva sei die Schadenswelle erreicht worden. Vor einem möglichen Abschuss muss aber unter anderem erst geklärt werden, wie viele Jungtiere geboren wurden. Weitere Abklärungen, um einen Abschuss anordnen zu können, braucht es auch für die Wölfe im Streifgebiet des Beverin-Rudels.

Auch im Wallis geht es dem Wolf an den Kragen

Bereits vor einer Woche hatten die Walliser Behörden den Abschuss eines Wolfes im Goms angeordnet. Das Grossraubtier habe mehr als zehn Schafe in einer geschützten Situation sowie auf einer Alp, auf der keine Schutzmassnahmen möglich seien, getötet, teilten sie mit.

Seit Mitte Juli gelten für Wölfe in der Schweiz strengere Regeln: Die revidierte Jagdverordnung erlaubt den Kantonen, Wölfe ab dem zehnten Riss eines Schafs oder einer Ziege zu schiessen. Davor waren 15 Risse notwendig. Der Schweizerische Alpwirtschaftliche Verband forderte letzte Woche weitere Erleichterungen beim Abschuss von Wölfen: Die Situation habe sich derart verschlechtert, dass viele Alpbetriebe vor der Aufgabe stünden. Zuletzt meldete der Kanton Bern am Montag fünf weitere vermutlich von einem Wolf gerissene Schafe im Berner Oberland.

Nach mehreren Rissen von Nutztieren: Graubünden will Wölfe schiessen
Source:
Source 1

LEAVE A REPLY

Please enter your comment!
Please enter your name here