Der Import von Pelzen aus tierquälerischer Produktion könnte schon bald verboten werden. Einen ersten Schritt dazu hat der Nationalrat am Montag unternommen. Nun ist der Ständerat am Zug.

Pelzmäntel haben schon immer polarisiert: Nun mehren sich die Anzeichen, dass die Politik gegen gewisse Importe vorgeht. (Symbolbild)

Pelzmäntel haben schon immer polarisiert: Nun mehren sich die Anzeichen, dass die Politik gegen gewisse Importe vorgeht. (Symbolbild)

Keystone

Wer Pelze verkauft, muss seit 2013 angeben, aus welchem Land der Pelz stammt. Und ob das Tier gejagt oder gezüchtet wurde. Die Deklarationspflicht funktioniert aber nur ungenügend. Die Branche schert sich offensichtlich nicht darum, wie jüngste Zahlen des Bundes zeigen. Das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen führte letztes Jahr 141 Kontrollen durch. In 80 Prozent der Fälle beanstandete es die Deklaration der Pelzprodukte.

Nun handelt die Politik. Der Nationalrat hat am Montag eine Motion von Matthias Aebischer (SP/BE) mit 144 zu 31 Stimmen gutgeheissen. Dem Anliegen zum Durchbruch verhalf eine überparteiliche Allianz. Unterstützung kam auch aus den Reihen der FDP und SVP. Keine Fraktion stellte sich grundsätzlich dagegen.

Konkret fordert Aebischer, dass der Bundesrat ein Importverbot für tierquälerisch erzeugte Pelzprodukte erlässt. Selbst eine optimal ausgestaltete und umgesetzte Deklarationspflicht könne nicht verhindern, dass tierquälerisch gewonnene Pelzwaren weiterhin eingeführt und verkauft werden, kritisierte Aebischer.

Bereits für Robben gibt es eine ähnliche Regelung

Für die Schweiz sind tierschützerisch motivierte Einfuhrverbote kein Novum, wie Aebischer in Erinnerung rief. Ein Importverbot gilt bereits seit vier Jahren für Robbenprodukte sowie für Hunde- und Katzenfelle. Analog dazu wäre der Import von Pelzen nur noch dann zulässig, wenn die Tiere nach den strengen Schweizer Tierschutzgesetzen gehalten und getötet wurden.

Der Bundesrat lehnt den Schritt ab. Er möchte lieber auf Transparenz mit Hilfe der Deklarationspflicht setzen. Auch habe der Bund die Kontrollen in Verkaufsgeschäften intensiviert und Strafverfahren bei fehlender Deklaration eingeleitet, betonte Bundesrat Alain Berset. Seiner Ansicht nach wären bei einem Importverbot äusserst aufwendige Kontrollen vor Ort notwendig.

Nationalrat macht sich für Importverbot von Pelzen stark
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