Für die neue SBB-Werkstätte nahe Bellinzona sind Investitionen von 580 Millionen Franken vorgesehen. Laut Businessplan soll sie 2026 in Betrieb genommen werden.

Die geplanten Investitionen betragen insgesamt 580 Millionen Franken.

Die geplanten Investitionen betragen insgesamt 580 Millionen Franken.

HO/SBB

Der Verwaltungsrat der SBB hat die Grossinvestition im Bellinzoneser Vorort Arbedo-Castione genehmigt. Roberta Cattaneo als Direktorin der SBB Region Süd, stellte den entsprechenden Businessplan am heutigen Dienstag den Stadt- und Kantonsbehörden vor. Die Sozialpartner blieben dem Treffen fern.

Die Gesamtinvestitionen für das neue Unterhaltswerk belaufen sich auf rund 580 Millionen Franken. Ursprünglich waren 360 Millionen veranschlagt. Für die Mehrkosten gibt es laut SBB mehrere Gründe. So werden mehr Arbeiten ausgeführt als ursprünglich geplant. Zudem sind Vorbereitungsarbeiten und die Arealentwicklung zu berücksichtigen. Die Zusatzkosten tragen die SBB, die Stadt Bellinzona und der Kanton steuern 20 beziehungsweise 100 Millionen Franken bei, wie in der Absichtserklärung vom Dezember 2017 festgelegt.

SBB will 360 Vollzeitstellen schaffen

Im neuen Werk werden die Flirt-Züge der S-Bahn TILO (54 Kompositionen), Giruno-Züge (29 Kompositionen) und Astoro-Züge (19 Kompositionen) sowie rund 100 Lokomotiven gewartet. Täglich werden mindestens 26 Fahrzeuge im Werk unterhalten. Statt der ursprünglich vorgesehenen 230 Arbeitsplätze sollen nun 360 Vollzeitstellen geschaffen werden, ausserdem 80 Plätze für Auszubildende.

Die Kantonsvertreter reagierten positiv auf den Entscheid der SBB. «Das ist die Krönung von fünf Jahren Arbeit», sagte Claudio Zali als Vorsteher des kantonalen Verkehrs- und Umweltdepartements (DT). Auch der Stadtpräsident von Bellinzona, Mario Branda, zeigte sich begeistert: «Ich denke, es handelt sich wohl um die grösste Investition in der Geschichte unseres Kantons.» Die Arbeitsplätze und Ausbildungsplätze seien wichtig und zukunftsweisend für den Kanton und insbesondere das Bellinzonese. Der Gemeindepräsident von Arbedo-Castione, Luigi Decarli, erklärte, seine Gemeinde sei geehrt durch diese Standortwahl.

«Kein Plan B»

Noch sind Rekurse gegen den Standort hängig. Doch SBB-Direktorin Roberta Cattaneo stellte umgehend klar: «Für uns gibt es keinen Plan B.» Anfang 2022 wird das Dossier beim Bundesamt für Verkehr eingereicht, und ab der zweiten Aprilhälfte werden die Pläne in der Gemeinde Arbedo-Castione und in den von der Kompensation der Fruchtfolgeflächen (FFF) betroffenen Gemeinden aufgelegt.

Parallel zum Aufbau des neuen SBB-Werks wird an der Umwandlung der bestehenden SBB-Werkstätten gearbeitet. Auf dem weitläufigen Areal in Bahnhofsnähe ist ein neues Wohn- und Geschäftsquartier vorgesehen. Für die Neugestaltung war ein internationaler Architekturwettbewerb ausgeschrieben worden. Die SBB-Werkstätten waren in Folge eines Streiks im Jahr 2008 landesweit in die Schlagzeilen geraten. Damals drohte de facto die Schliessung des Standorts.

Neue Werkstätte: SBB rühren mit der grossen Kelle an
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