Ohne Gegenkandidatur: Thierry Burkart will definitiv FDP-Präsident werden

Lange wurde spekuliert, nun ist es offiziell. Der Aargauer Ständerat soll neuer Präsident der FDP werden. Er würde damit in die Fussstapfen von Petra Gössi treten. Burkart informiert um 12 Uhr über seine Kandidatur (hier im Livestream und -ticker).

Der Favorit auf das Amt hat seine Kandidatur eingereicht: Thierry Burkart will FDP-Präsident werden.

Der Favorit auf das Amt hat seine Kandidatur eingereicht: Thierry Burkart will FDP-Präsident werden.

Keystone

Und er will tatsächlich: Der Aargauer Ständerat Thierry Burkart will Präsident der FDP werden. Die Partei bestätigte am Montag eine entsprechende Kandidatur des 45-Jährigen. Burkart gilt nach mehreren prominenten Absagen seit längerem als Kronfavorit auf das Amt – er hatte aber seine Ambitionen nie öffentlich geäussert. Damit wird er voraussichtlich in die Fussstapfen von Petra Gössi treten, die das Präsidium nach fünf Jahren abgibt. Sie hatte dies im Nachgang zur verlorenen CO2-Gesetz-Abstimmung kommuniziert.

Einzig der St.Galler Nationalrat Marcel Dobler hatte sich offiziell um die Gössi-Nachfolge beworben. Er hatte aber stets betont, dass er das Amt nur in einem Co-Präsidium übernehmen wolle – am liebsten mit einer Frau aus der Romandie. Auch ein Einzelpräsidium habe er sich vorstellen können, schreibt Dobler in einer Mitteilung vom Montag. Allerdings nur dann, wenn «sich kein anderer geeigneter Kandidat zur Verfügung stellt». Dies sei dank der Kandidatur Burkarts aber nicht der Fall. «Er geniesst meine volle Unterstützung und ich bin sehr gerne bereit, ihm tatkräftig zur Seite zu stehen», so Dobler. Seine Idee eines Co-Präsidiums hätten sich viele Liberale «nur schwer vorstellen» können.

Silberschmidt und Gapany sollen zusätzliche Vizes werden

Auch keine Kandidatur eingereicht hat Ruedi Noser. Der Zürcher Ständerat wurde hinter den Kulissen als möglicher Übergangspräsident bis zu den Wahlen 2023 gehandelt. Anders als Burkart, der zum rechten Flügel der Partei zählt, wäre Noser näher am Kurs gewesen, den die FDP unter Gössi eingeschlagen hatte. Die Wahlen ins Präsidium sind auch darum so wichtig, da es für die FDP um viel Macht geht. Wenn sie ihren Abwärtstrend nicht rasch und entschlossen stoppen kann, droht nach den nächsten Wahlen in zwei Jahren der Verlust eines der beiden Bundesratssitze.

Burkart habe den Wunsch geäussert, so die FDP in der Mitteilung, dass er ein «starkes, breit aufgestelltes Team aus Vizepräsidentinnen und Vizepräsidenten» erhält. Konkret soll dieses Team aus Ständerat Andrea Caroni (AR/bisher auch Vizepräsident), Nationalrat Philippe Nantermod (VS/bisher) sowie Ständerätin Johanna Gapany (FR) und Nationalrat Andri Silberschmidt (ZH) bestehen. Eine solch grosses Vizepräsidium würde eine Statutenänderung durch die Delegiertenversammlung bedingen.

Die Findungskommission der FDP habe «eine Reihe informeller Gespräche mit interessierten potenziellen Kandidatinnen und Kandidaten» geführt. Die Entscheidung von Burkart, sich für das Präsidium zu bewerben, habe die Kommission «mit Freude zur Kenntnis» genommen. Burkart und sein Team wollen sich am Montagmittag vor den Medien präsentieren. Die Wahl findet am 2. Oktober statt. Am Sonntagabend ist die Meldefrist für die Kandidaten abgelaufen.

Die Karriere von Thierry Burkart in Bildern:

Thierry Burkart, geboren 1975, wuchs in Obersiggenthal auf. Politisiert wurde er nach eigenen Angaben bereits als 13-Jähriger: «Im Geschichts- und Deutschunterricht haben wir über aktuelle Themen diskutiert. Seither liess mich die Politik nicht mehr los», sagte er einst in einem AZ-Interview. Der Vorstand des Jugenparlaments Aargau, juvenat, aufgenommen am 14.01.2000 in Aarau. v.l.n.r. vorne: Daniel Bütler, Patrizia Mottl, hinten: Simon Schweizer, Thierry Burkart, Patrick Arni.

Werner Rolli

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