Publiziert

Wohl nur wenigen Filmfreunden fällt sein Name gleich ein, doch viele haben ihn schon in irgendeinem Streifen gesehen. Ned Beatty, der Meister der Nebenrollen, ist gestorben.

1 / 5

Er spielte in über 150 Filmen und TV-Produktionen mit. Jetzt ist der Charakterschauspieler im Alter von 83 Jahren gestorben.

Er spielte in über 150 Filmen und TV-Produktionen mit. Jetzt ist der Charakterschauspieler im Alter von 83 Jahren gestorben.

AFP

Im Film «Deliverance» gab Ned Beatty sein Leinwanddebut neben Schauspielern wie Jon Voight und Burt Reynolds.

Im Film «Deliverance» gab Ned Beatty sein Leinwanddebut neben Schauspielern wie Jon Voight und Burt Reynolds.

imago images/Mary Evans

Erst sagte der Regisseur John Boorman ihm, dass die Rolle schon vergeben sei. Nachdem er Beatty in Aktion erlebte, entschied er um und besetzte ihn für die Rolle.

Erst sagte der Regisseur John Boorman ihm, dass die Rolle schon vergeben sei. Nachdem er Beatty in Aktion erlebte, entschied er um und besetzte ihn für die Rolle.

imago images/Mary Evans

Selbst den kleinsten Nebenrollen konnte Ned Beatty unvergessliche Szenen entlocken – nun ist der Charakterschauspieler tot. Er sei am Sonntag in seinem Haus in Los Angeles im Kreise von Freunden und Angehörigen eines natürlichen Todes gestorben, teilte seine Managerin Deborah Miller der Nachrichtenagentur AP mit. Beatty wurde 83 Jahre alt.

Wollte eigentlich Pfarrer werden

Eigentlich wollte der 1937 in Louisville im US-Staat Kentucky geborene Beatty als junger Mann mal Pastor werden. Schliesslich sei die protestantische Kirche, in der er gross wurde, «das Theater, das ich als Kind besuchte», sagte er 1992 der Nachrichtenagentur AP. Als Beatty nach New York reiste um für die Rolle des Booby Trippe im Film «Deliverance» vorzusprechen, sollte sich sein Leben ändern. Erst sagte Regisseur John Boorman ihm, dass die Rolle schon vergeben sei. Doch überlegte er sich anders, nachdem er Beatty in Aktion erlebt hatte.

In «Deliverance» von 1972 spielte er das Mitglied einer Männergruppe, die eine Kanufahrt unternimmt und von Hinterwäldlern terrorisiert wird. Die berüchtigte Szene, in der Beattys Figur vergewaltigt wird, begründete seinen Ruf als Darsteller, dessen Name zwar vielen Kinogängern kein Begriff war, aber dessen Gesicht sie immer sofort erkannten. «Bei Leuten wie mir kommt ganz oft: «Ich kenne Sie! Ich kenne Sie! Worin habe ich sie schon mal gesehen?”», erinnerte sich Beatty 1992 ohne Groll.

Über 150 Filme und TV-Produktionen

Nur einmal war Beatty für einen Oscar nominiert, nämlich für die Nebenrolle als Vorstandsmitglied in der Filmsatire «Network» von 1976. Sein Einsatz war kurz, aber wuchtig. Vielen Cineasten gilt Beattys minutenlange Gardinenpredigt an den von Peter Finch gespielten Nachrichtensprecher Howard Beale als einer der grössten Monologe in der Filmgeschichte. Beatty war auch in Blockbustern seiner Ära zu sehen, etwa als idiotischer Handlanger von Bösewicht Lex Luthor im ersten der zwei «Superman»-Filme mit Christopher Reeve. Insgesamt wirkte Beatty in mehr als 150 Filmen und TV-Produktionen mit.

In einem Interview mit der «New York Times» 1977 erklärte Beatty, wieso er Nebenrollen bevorzugte. Die Stars wollten ihr Publikum niemals überraschen, aber genau das sei seine grosse Freude, sagte er. «Ein Star zu sein bedeutet, deine Effektivität als Schauspieler zu beschneiden, weil du ein wiedererkennbarer Teil eines Produkts wirst und damit irgendwie berechenbar. Du musst auf deine Manieren achten und deine Fans bei Laune halten. Aber ich liebe es, das Publikum zu überraschen, das Unerwartete zu tun.»

(DPA/roa)

Oscarnominierter Schauspieler Ned Beatty ist gestorben
Source:
Source 1

LEAVE A REPLY

Please enter your comment!
Please enter your name here