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Vor einem Supermarkt in Bern wurde ein pink eingefärbter Hund gesichtet. Fachleute sind empört: Fellfärbungen könnten gravierende Folgen haben – und seien verboten.

Dieser pinke Hund sorgte in der Berner Schlosstrasse für verwunderte Blicke.

Video: News-Scout

  • An der Schlosstrasse in Bern wurde ein rosaroter Hund gesichtet.

  • Laut einer Tierärztin sind Fellfärbungen für Tiere sehr ungesund – körperlich wie psychologisch.

  • Ausserdem würden Halterinnen und Halter damit gegen das Tierschutzgesetz verstossen.

Der News-Scout musste genauer hinsehen, denn der Anblick war recht ungewöhnlich: Vor einem Einkaufsladen an der Berner Schlosstrasse wartete am Mittwochnachmittag ein knallpink gefärbter Hund auf seine Besitzerin. «Viele Passantinnen und Passanten machten Fotos, filmten und waren teils entsetzt», erzählt der junge Mann. Er selbst habe den Hund zunächst gar nicht als solchen erkannt: «Pink bringt man ja normalerweise nicht mit Hunden in Verbindung.» Die Besitzerin will er aber nicht verurteilen: «Der Hund tut mir schon ein bisschen leid, aber vielleicht musste er ja nur einen Tag so herumlaufen.»

Auch Tierärztin Julika Fitzi vom Schweizer Tierschutz STS reibt sich ob des rosaroten Kleinhundes verwundert die Augen: «Ich könnte nicht einmal sagen, welche Rasse das genau ist.» Die Halterin kritisiert sie scharf: Das Färben des Fells sei nicht nur moralisch fragwürdig, sondern verstosse klar gegen das Tierschutzgesetz. In Artikel 4 heisst es nämlich: «Niemand darf ungerechtfertigt einem Tier Schmerzen, Leiden oder Schäden zufü­gen, es in Angst versetzen oder in anderer Weise seine Würde missachten.» Für Fitzi ist deshalb klar: «In diesem Fall könnte sogar Anzeige erstattet werden.» Der Hund habe sich schliesslich nicht freiwillig entschieden, zu einem Schauobjekt gemacht zu werden. Er werde dadurch in seiner Würde verletzt.

Von Hautreizungen bis zu Magenvergiftungen

Einen gefärbten Hund habe sie hierzulande noch nie zu Gesicht bekommen, sagt die Veterinärin. «Sowas kannte ich bisher nur von Bildern oder aus dem Internet.» An den Pfoten lasse sich erkennen, dass der Hund ursprünglich einmal weiss war. «Weisses Fell und die Haut sind besonders empfindlich, und die Prozedur des Färbens ist folglich eine starke Belastung für den Hund», erklärt Fitzi. Die gesundheitlichen Folgen für den Hund könnten erheblich sein: «Die chemischen Inhaltsstoffe können die Haut verstopfen, reizen oder gar verätzen. Da sich Hunde selber lecken, kann es auch zu einer Magenvergiftung kommen.»

Weiter könne die Fellfärbung die Kommunikation mit den Artgenossen erschweren: Andere Hunde wüssten nicht, wie sie auf die Fellfarbe reagieren sollten, sie würden den Exoten anbellen oder ihn ignorieren: «Der Hund kann nicht nachvollziehen warum, er ist verwirrt, verunsichert und leidet darunter.»

«Tiere sind keine Spielzeuge»

Doch nicht nur der Umgang mit anderen Hunden sei negativ beeinflusst, sondern auch derjenige mit den Menschen. «Der Hund begreift nicht, dass er anders aussieht und ungewohnte Reaktionen damit auslöst. Seine Umwelt reagiert plötzlich ganz anders, das irritiert den Hund», sagt Fitzi. Das könne zu Verhaltensstörungen oder sogar Aggressionen führen. «Der Hund begreift nicht, warum ihn so viele Menschen anstarren oder warum er auf einmal so im Mittelpunkt steht. Das irritiert ihn. Er fühlt sich durch die Blicke und Reaktionen bedroht.»

Immerhin: Einen Fellfärbe-Trend scheint es hierzulande nicht zu geben. Das Phänomen kenne sie eher aus den USA, sagt etwa Kathrin Schibli, Hundefriseurin aus Bern. «In 33 Jahren habe ich noch nie eine solche Anfrage erhalten – und ich würde eine Fellfärbung auch niemals vornehmen», sagt sie. Denn: «Tiere sind keine Spielzeuge, sie zu färben wäre ihnen gegenüber würdelos.»

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Tierquälerei:

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