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Kein Flug, keine Betreuung für Betagte und keine Ladestation für Handys: Am Samstagmittag fiel ein Flug der Airline Pegasus von Basel nach Istanbul aus. Einige der Reisenden mussten 24 Stunden im Euro-Airport Basel verbringen.

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Etwa 180 Passagiere und Passagierinnen mussten am Euro-Airport 24 Stunden lang auf ihren Flug nach Istanbul warten.

Etwa 180 Passagiere und Passagierinnen mussten am Euro-Airport 24 Stunden lang auf ihren Flug nach Istanbul warten.

20min/News-Scout

Eine News-Scout war vor Ort und sagt, die Reisenden hätten etwa sieben Stunden auf Wasser warten müssen.

Eine News-Scout war vor Ort und sagt, die Reisenden hätten etwa sieben Stunden auf Wasser warten müssen.

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Unter den Wartenden seien auch mehrere Leute in Rollstühlen gewesen, die normalerweise auf Betreuungspersonal angewiesen seien.

Unter den Wartenden seien auch mehrere Leute in Rollstühlen gewesen, die normalerweise auf Betreuungspersonal angewiesen seien.

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  • Ein Flug der Airline Pegasus von Basel nach Istanbul startete am Sonntag erst mit 24 Stunden Verspätung.

  • Viele Reisende verbrachten die ganze Nacht am Flughafen.

  • Stundenlang hätten die Reisenden am Gate gewartet, ohne informiert zu werden, berichtet eine News-Scout.

«Da waren alte Leute im Rollstuhl, Schwangere, Kinder und Babys – und alle mussten 24 Stunden am Flughafen ausharren», erzählt News-Scout Dilan. «Sieben Stunden verbrachten wir ohne Wasser am Gate und elf Stunden ohne genaue Informationen.» Denn am Samstagnachmittag, um 13.10 Uhr, ist der Flug der Airline Pegasus von Basel nach Istanbul ausgefallen: «Wir standen alle pünktlich am Gate, doch die Maschine war nicht zu sehen», sagt die 23-Jährige.

Die 180 Reisenden hätten dann eine SMS erhalten, dass der Flug auf den Abend verschoben werden würde. Es habe geheissen, weitere Informationen würden um 17 Uhr auf einem anderen Gate erfolgen. Doch auch diese Durchsage liess auf sich warten. Später hiess es, das Flugzeug fliege um 18.40 Uhr, dann: «The flight has been cancelled – der Flug wurde annulliert.» «Wir wurden hin- und hergeschoben», so Dilan. Später wurde dann kommuniziert, es würde doch eine Maschine starten, jedoch erst am nächsten Tag.

«Passagiere schrien Personal an»

Trotzdem musste ein Grossteil der Reisenden ihre Zeit bis zum nächsten Flug am Sonntagmittag am Flughafen verbringen. Darunter seien bestimmt zehn ältere Menschen im Rollstuhl gewesen, sagt Dilan. «Sie waren auf sich alleine gestellt, verstanden nicht, was vor sich ging und standen teils unter Schock.» Manchen hätten ohne ihre Betreuungsperson nicht auf Toilette gehen, andere ihre Medikamente ohne Wasser nicht nehmen können. Zwar sei mitten in der Nacht ein Car gekommen, doch der habe nur einen Teil der Wartenden, vor allem jüngere Personen, zum Hotel gebracht.

Die Lage am Flughafen sei angespannt gewesen, sagt Dilan. «Es belastet einen psychisch, wenn man mit so vielen Menschen drinnen eingesperrt ist.» Raucherinnen und Raucher seien «chribblig und leicht aggressiv» geworden und die Akkuladestationen für Handys hätten nicht funktioniert. Ein anderer News-Scout schreibt: «Die wartenden Passagiere und Passagierinnen hatten null Geduld und schrien das Personal an.»

Polizist riet zum Unterschriften Sammeln

Dilan habe mit der französischen Polizei zu kommunizieren versucht, doch die hätten gemeint: «Damit haben wir nichts zu tun.» Zufällig sei ein Schweizer Polizist vorbeigekommen, der Mitleid mit den Passagieren und Passagierinnen gehabt hätte und einige von ihnen mit nach draussen zum Rauchen genommen habe. «Doch das waren auch nur etwa zehn Leute, die gerade Kontakt mit der Polizei hatten. Die anderen konnten nicht an die frische Luft, auch nicht die Älteren.»

Auf den Rat des Polizisten hat Dilan unter den Passagieren und Passagierinnen angefangen, Unterschriften zu sammeln, «damit wir dann etwas in den Händen haben, wenn wir einen Schadenersatz anfordern wollen.»

Doch haben die Reisenden trotz der langen Wartezeit und dem Stress überhaupt ein Anrecht auf einen Schadenersatz? Wie das Bundesamt für Zivilluftfahrt auf seiner Webseite schreibt, müsse die Fluggesellschaft im Fall einer grossen Verspätung, wie sie hier vorliegt, Betreuungsleistungen erbringen. Dazu gehörten «Mahlzeiten und Getränke im Verhältnis zur Wartezeit». Verzögere sich der Weiterflug bis zum Folgetag, müsse wenn nötig eine Hotelunterkunft inklusive Transport offeriert werden. Auch die Möglichkeit zur Telekommunikation müsse angeboten werden.

Kaum Hoffnung auf Schadenersatz

Wenn sich einige der Passagiere und Passagierinnen entschieden hätten, nicht mehr zu fliegen, dann müsse ihnen die Fluggesellschaft sogar eine Erstattung des Ticketpreises anbieten, heisst es auf der Webseite. Ab fünf Stunden Verspätung eines Flugs sei das nämlich möglich. Für eine Ausgleichszahlung bestehe im Fall einer Verspätung allerdings kaum Anspruch.

Der Euro-Airport bestätigt auf Anfrage, dass sich der Flug um 24 Stunden verspätet hat und schreibt: «Die am Gate wartenden Passagiere und Passagierinnen wurden informiert und es wurden ihnen zwischen 14 und 18.30 Uhr zwei Mal Gutscheine für Getränke und Sandwiches angeboten.» Ebenso seien Reisende, die dies wünschten, mit einem Bus in ein Hotel in die Umgebung gebracht worden, wo ihnen ein Nachtessen angeboten worden sei. Auch ein Bustransport vom Hotel zum Flughafen sei organisiert worden.

Warum die Maschine am Samstag schlussendlich nicht abheben konnte, ist unklar.

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Reisende mussten 24 Stunden auf Flug nach Istanbul warten
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