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Weil Paare die Wanderdünen von Maspalomas für sich entdeckt haben und dort ihre Triebe ausleben, ist das Naturschutzgebiet mit seiner seltenen Fauna und Flora gefährdet. Forscherinnen und Forscher haben fast 300 Sex-Plätzchen entdeckt – und viele menschliche Hinterlassenschaften gefunden.

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Die Dünen von Maspalomas sind nicht nur ein beliebtes Fotosujet …

Die Dünen von Maspalomas sind nicht nur ein beliebtes Fotosujet …

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… sondern locken auch Paare an, die dort Outdoor-Sex haben.

… sondern locken auch Paare an, die dort Outdoor-Sex haben.

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Die Büsche bieten diversen Tieren Schutz – und bewahren Paare vor neugierigen Blicken.

Die Büsche bieten diversen Tieren Schutz – und bewahren Paare vor neugierigen Blicken.

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  • Auf Gran Canaria findet sich eines der letzten intakten Wanderdünen-Gebiete Europas.

  • Allerdings erfreuen sich nicht nur Naturfreunde, sondern auch Paare an der Landschaft und haben im geschützten Gebiet Sex.

  • Dabei zertrampeln oder zerstören sie oft die Vegetation und hinterlassen allerlei Abfall.

  • Gemäss einer neuen Studie hat dies schädliche Folgen für die Tier- und Pflanzenwelt.

Gran Canaria setzt für seinen Tourismus auf die fünf «grossen S» – Sonne, die See, Sand und Sex mit Unbekannten (strangers). Die Kanareninsel hat sich seit einiger Zeit auch einen Ruf als gay-friendly Insel erworben, die mit allerlei speziellen Hotel- und Veranstaltungsangeboten um eine schwule und lesbische Klientel wirbt. Und nicht selten treffen sich sexhungrige Touristen in den bekannten Dünen beim Badeort Maspalomas, um dort Sex zu haben: Das sogenannte «Cruising», also Sex mit Unbekannten, erfreut sich laut lokalen Medien an grosser Beliebtheit. Selbstverständlich geben sich auch heterosexuelle Paare dort der Lust hin.

Doch das entsprechende grosse S macht nun Naturschützern und Naturschützerinnen Sorge. Wie die Fachpublikation «Journal of Environmental Management» in einer neu publizierten Studie festhält, haben Forscherinnen und Forscher erstmals die Auswirkungen des Treibens in den geschützten Dünen untersucht – und ernüchternde Feststellungen gemacht.

300 Sex-Spots auf 5700 Quadratmetern

Das Team hat während der Zeit der lokalen Gay Pride im Mai 2018 in den Dünen auf einer Fläche von gut 5700 Quadratmetern nicht weniger als 298 Plätzchen identifiziert, wo Paare miteinander Sex hatten, und vielerorts nicht nur zertrampelte Pflanzen, sondern auch allerlei Hinterlassenschaften wie Zigarettenstummel, Papiertaschentücher, Kondome, WC-Papier oder Fäkalien angetroffen.

Beliebt waren besonders abgeschiedene Plätze, wo «dichte und buschige» Vegetation vorherrscht und sich die Wanderdünen um die Pflanzen herum zu sogenannten Nebhkas formieren. Die Besucherinnen und Besucher, so die Forschenden, hätten vielerorts die Nebhkas und die Vegetation zertrampelt – darunter seltene und teils nur dort vorkommende Pflanzen. Bisweilen hätten sie auch Pflanzen ausgerissen, um ihre «Liebesnester» zu vergrössern. Je grösser diese versteckten Spots waren, desto mehr Abfall wurde hinterlassen. Dies habe auch negative Auswirkungen auf die in den Dünen lebenden Tiere, die sich von den Pflanzen ernährten, so die Studie. Dies sei umso schlimmer, als die Dünen von Maspalomas eines der letzten funktionierenden Wanderdünen-Gebiete Europas sei.

Gefahr für die Rieseneidechsen

Wie Studienmitarbeiter Patrick Hesp von CNN zitiert wird, sind mehrere Rieseneidechsen gestorben, weil sie herumliegende Kondome gefressen hatten. «Die Schädigung der Dünen ist in vielen Fällen eine direkte Folge der touristischen Erschliessung der Insel», sagt er. «Wir wollen kein Verbot für Sex im Freien erwirken, aber wir möchten die Menschen darauf aufmerksam machen, welche Folgen ihr Tun haben kann.» Die Folgen seien mit den Schäden vergleichbar, die Offroadfahrer mit ihren 4×4-Fahrzeugen anrichten würden.

Doch die Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen haben Hoffung: In den vergangenen zwei Jahren habe die Regierung grosse Reinigungsaktionen gestartet und viel vom hinterlassenen Abfall entfernt. Zudem hätten einzelne Hotelbetreiber damit begonnen, ihre Gäste auf die Problematik aufmerksam zu machen. Zudem werde im Zusammenhang mit der Vulkaneruption auf La Palma von den Behörden künftig noch mehr auf Umweltschutz gelegt.

Vor der Pandemie besuchten jährlich rund 14 Millionen Touristinnen und Touristen die Insel. 15 Prozent würden von den gay-friendly Gebieten im Süden der Insel angezogen, heisst es im Bericht.

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(trx)

Sexhungrige Touristen zerstören einmaliges Naturparadies in Spanien
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