Sie war die erste Regierungschefin des Landes – aber nur für ein paar Stunden

Politisches Chaos in Schweden: Magdalena Andersson wird gewählt, tritt nach einer Abstimmung gleich wieder zurück. Was sie nun tun müsste, um doch noch an der Spitze des Landes zu stehen.

Nur ganz kurz im Amt: Magdalena Andersson

Nur ganz kurz im Amt: Magdalena Andersson

Pontus Lundahl / EPA

Die Zufriedenheit war gestern in allen politischen Lagern zu spüren: Endlich, zum ersten Mal in der Geschichte wird Schweden von einer Frau regiert. Doch nach ein paar Stunden herrscht in Stockholm nur noch Chaos: Die neue Regierungschefin, die Sozialdemokratin Magdalena Andersson, tritt bereits wieder ab.

Was war passiert? Die 54-jährige bisherige Finanzministerin war von einer knappen Mehrheit im Parlament zur Nachfolgerin von Stefan Löfven gewählt worden. Bereits am Nachmittag verweigerte ihr aber eine Mittepartei die Unterstützung bei der Budgetabstimmung. Darüber waren Anderssons Koalitionspartner, die Grünen, so erbost, dass sie kurzerhand die Regierung verliessen. «Magda», wie sie in Schweden genannt wird, reagierte typisch: Direkt und konsequent – mit dem Rücktritt.

Ihr Spitzname: «Bulldozer»

Am Mittwochabend war offen, wie es weitergeht. Andersson erklärte, sie könnte auch eine sozialdemokratische Einparteienregierung führen, doch müsse diese vom Parlament abgesegnet werden. Die Parteispitzen wollten nun heute Verhandlungen führen. Die Ökonomin Andersson gilt als etwas spröde, aber zielstrebig. Im Finanzministerium hatte sie den Spitznamen Bulldozer, und sie gab 2017 unumwunden zu, dass sie gerne bestimmt: «Man ist in der Politik, weil man Macht haben will.»

Um doch noch die erste schwedische Regierungschefin zu werden, muss sie nun Zugeständnisse nach links und rechts machen. Dabei kann sie nicht einen klaren Kurs wie als Finanzministerin fahren, wo die 54-Jährige mit ihrer Sparsamkeit auch in der Wirtschaft und bei den Bürgerlichen viel Respekt erhalten hatte.

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