Sorge um Königin Elizabeth II: So geht es der Queen nach der Spitalnacht

Die 95-Jährige Königin Elizabeth II. zeigt Anzeichen von Erschöpfung – und Grossbritannien macht sich Sorgen.

Nach Spitalaufenthalt wieder «guter Dinge»: Elizabeth II.

Nach Spitalaufenthalt wieder «guter Dinge»: Elizabeth II.

Matt Dunham / AP

Es ist viele Jahre her – die Angesprochene war auch damals schon im Rentenalter -, dass eine Bürgerin ihrer Monarchin eine halb schmeichelnde, halb ungläubige Frage stellte: Wie es denn komme, dass Elizabeth II noch immer so ausnehmend jung wirke?

Da hätte es nun mancherlei Antwort gegeben: gute Gene, viel frische Luft, wenig Alkohol, keine Zigaretten. Die beste Gesundheitsversorgung, die sich denken lässt. Ein befriedigender, gleichzeitig nicht allzu belastender Job mit Arbeitsplatzgarantie. Eine ausgewogene Work-Life-Balance. Statt einen oder mehrere dieser Faktoren aufzuzählen beschränkte sich die Queen auf eine Bestätigung der Frage: «Unter meinen Altersgenossen gelte ich als ziemlich gut erhalten.»

Weil das stimmt, gilt es im Vereinigten Königreich schon als Nachricht, wenn die mittlerweile 95-Jährige – wie in den vergangenen Tagen zweimal – am Stock gehend fotografiert wird. Politisch interessant wurde es am Mittwoch: Da teilte der Buckingham-Palast mit, das Staatsoberhaupt habe sich «widerstrebend» dem Rat ihrer Leibärzte gefügt und eine zweitägige Reise nach Nordirland abgesagt. Am Donnerstagabend schliesslich helle Aufregung, als die erste Ausgabe des Radaublattes «The Sun» auf den Markt kam: «Queen verbringt Nacht im Spital», lautete die Schlagzeile.

Die Monarchin arbeitet und ist «guter Dinge»

Widerstrebend musste die Palastkanzlei bestätigen: Die Ärzte hatten nicht nur die Absage der Reise erzwungen, sondern auch eine Reihe von Tests angeordnet. Royals lassen sich für derartige Untersuchungen gern ins Londoner Edward VII-Spital bringen. Und weil es dabei ein wenig später wurde als geplant, habe man der Patientin den Rücktransport ins etwa 30 Kilometer entfernte Schloss Windsor nicht zumuten wollen. Am Donnerstag in ihr Lieblingsdomizil zurückgekehrt, habe die Monarchin schon wieder «leichte Arbeit» verrichtet. Im Übrigen sei sie «guter Dinge».

Das sind Standardformulierungen, mit denen das Königshaus penetranten Fragern gerne verdeutlicht: Details gehen Euch nichts an. Die royal watchers der Boulevardzeitungen wollen immerhin von einer «leichten Erkältung» (The Mirror) erfahren haben, die aber «nichts mit Covid-19 zu tun» habe (The Sun). Im Übrigen bestehe «kein Anlass zur Besorgnis» (The Mail).

Den besorgten Untertanen teilte die öffentlich-rechtliche BBC am Freitag mit, es handele sich um den ersten Spitalaufenthalt der rüstigen Dame seit 2013, als ihr eine Gastroenteritis zu schaffen machte. Zuvor gab es schon mal das eine oder andere Wehwehchen, auch eine Knieoperation. Aber insgesamt erfreut sich die Monarchin fabelhafter Gesundheit. Offenkundig spielen bei ihr die Gene ihrer Mutter die grössere Rolle: Die legendäre «Queen Mum» starb 2002 im gesegneten Alter von 101. Jahren. Hingegen war ihr stark rauchender Vater, König Georg VI, im Februar 1952 mit 56 Jahren an Lungenkrebs verstorben.

«Man ist nur so alt, wie man sich fühlt»

Seit ihrem 90. Geburtstag gehört Frau Windsor zur Gruppe jener, die von der nationalen Statistikbehörde ONS ebenso zutreffend wie ein wenig uncharmant als»Die Sehr Alten» kategorisiert wird. Ihre Majestät argumentiert hingegen mit einem Satz, den auch viel Jüngere gern verwenden, wenn sie auf ihr Alter angesprochen werden: «Man ist nur so alt, wie man sich fühlt.» So schrieb es kürzlich ihr Privatsekretär dem angesehenen Magazin «Oldie», einer Zeitschrift für ältere Menschen: Die Queen lehne die ihr angetragene Auszeichnung als «Oldie of the Year» ab: «Sie erfüllt nicht die relevanten Kriterien.»

Fix im Kalender der Monarchin steht für Ende des Monats die Eröffnung der Weltklimakonferenz COP26 in Glasgow. Aber die kann notfalls auch der Thronfolger übernehmen, der inzwischen auch schon 72-jährige Öko-Aktivist Charles.

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