Publiziert

Per Ende Jahr wird das Spital Heiden geschlossen. Seine Leistungen will der Spitalverbund AR auf das Spital Herisau und das Psychiatrische Zentrum konzentrieren.

1 / 2

Der Regierungsrat von Appenzell Ausserrhoden hat dem Antrag des Verwaltungsrats des Spitalverbunds Appenzell Ausserrhoden (SVAR) auf Schliessung des Spitals Heiden per Ende 2021 zugestimmt.

Der Regierungsrat von Appenzell Ausserrhoden hat dem Antrag des Verwaltungsrats des Spitalverbunds Appenzell Ausserrhoden (SVAR) auf Schliessung des Spitals Heiden per Ende 2021 zugestimmt.

Spitalverbund Appenzell Ausserrhoden

Der SVAR habe sich in den letzten Jahren trotz aller Anstrengungen unzureichend entwickelt.

Der SVAR habe sich in den letzten Jahren trotz aller Anstrengungen unzureichend entwickelt.

Google Maps

  • Per Ende 2021 schliesst das Spital Heiden.

  • Trotz aller Bemühungen könne das kleine Spital nicht wirtschaftlich betrieben werden.

  • 180 Mitarbeitende sind betroffen.

  • Seine Leistungen wird der SVAR auf das Spital Herisau und das Psychiatrische Zentrum Appenzell Ausserrhoden konzentrieren.

  • Die medizinische Grundversorgung des Kantons bleibe weiterhin gewährleistet.

«Der seit Jahren stärker werdende wirtschaftliche Druck auf die Spitäler in der Schweiz, speziell in der Region

Ostschweiz, und die fortschreitende Spezialisierung in der Medizin gingen auch am Spitalverbund Appenzell Ausserrhoden (SVAR) nicht spurlos vorbei», heisst es am Montag in einer gemeinsamen Mitteilung des Kantons und des Spitalverbunds Appenzell Ausserrhoden. Verschärfte externe Rahmenbedingungen wie die angeordnete Verschiebung von Behandlungen vom stationären in den ambulanten Bereich, Mindestfallzahlen und die ungünstige Entwicklung der Tarife in der Akutsomatik und der Psychiatrie führten im SVAR zu empfindlichen Verlusten. Deshalb hat der Ausserrhoder Regierungsrat dem Antrag des Verwaltungsrats des Spitalverbunds Appenzell Ausserrhoden zugestimmt, das Spital Heiden per Ende 2021 zu schliessen. Ausgenommen davon ist der vom SVAR in Heiden betriebene Rettungsdienst. Damit werde sichergestellt, dass die Notfallversorgung auch in Zukunft gewährleistet sein wird.

Der SVAR habe in den vergangenen vier Jahren zahlreiche Optimierungen und erhebliche Kostenreduktionen vorgenommen. Dank geringer Fallkosten sei man effizient. Allerdings gelang es nicht, die Fallzahlen zu erhöhen und damit die Wirtschaftlichkeit zu steigern. «Sowohl die Bettenbelegung als auch der Schweregrad der Fälle waren konstant zu tief, um ein wirtschaftlich erfolgreiches Fortkommen an allen drei Standorten des SVAR zu gewährleisten», heisst es in der Mitteilung weiter.

130 Personen verlieren Stelle

Die Corona-Pandemie in Kombination mit nicht kostendeckenden Tarifen habe zudem zu einer beschleunigten

Verschärfung der finanziellen Schwierigkeiten geführt. Für das Coronajahr 2020 verzeichnete der SVAR ein Defizit von 7,2 Mio. Franken – trotz kantonalem Beitrag von 6,5 Mio. Franken an coronabedingten Mehrkosten und Ertragsausfällen.

Den Mitarbeitenden des Spitals Heiden wurde dies am Montagvormittag im Rahmen einer Personalinformation mitgeteilt. Von der Schliessung sind rund 180 Personen betroffen; voraussichtlich verlieren rund 130 Personen ihre Stelle. Für die betroffenen Mitarbeitenden habe die Geschäftsleitung ein umfassendes Massnahmenpaket geschnürt.

Die Spital-Grundversorgung in Appenzell Ausserrhoden durch den SVAR bleibe auch nach der

Schliessung des Spitals Heiden gewährleistet. Alle Angebote des Spitals Heiden werden nach dessen Schliessung auch weiterhin im Spital Herisau angeboten.

Verlust der Ausbildungsplätze ist gravierend

Alexandra Akeret, Gewerkschaftssekretärin des VPOD Ostschweiz (Verband des Personals öffentlicher Dienste), bedauert die Schliessung. «Dass mit dem Spital Heiden eine weitere Ausbildungsstätte für Gesundheitspersonal wegfällt ist dramatisch», so Akeret. Bereits jetzt seien über 10’000 Stellen in der Schweiz im Gesundheitsbereich nicht besetzt. In dieser Zeit einen Ausbildungsort zu schliessen sei falsch. «Wir erwarten von der Politik eine Lösung präsentiert, wie diese fehlenden Ausbildungsstellen kompensiert werden können.»

Es gebe bestimmt einige Angestellte, die ohne Probleme eine neue Stelle finden werden. Der Grossteil werde es aber schwerer haben. «Wenn sich jemand mit Familie in der Region niedergelassen hat, im Wissen drum, im Spital Heiden arbeiten zu können, ist es eine grosse Herausforderung, plötzlich an einem anderen Ort arbeiten gehen zu müssen», so Akeret. Man werde alles daran setzen, die besten Bedingungen für die Mitarbeitenden herauszuholen. «Unser Ziel ist es, dass trotz dem Schock jetzt für alle eine gute Lösung gefunden wird.»

Als Mitglied wirst du Teil der 20-Minuten-Community und profitierst täglich von tollen Benefits und exklusiven Wettbewerben!

Als Mitglied wirst du Teil der 20-Minuten-Community und profitierst täglich von tollen Benefits und exklusiven Wettbewerben!

Spital Heiden schliesst – 180 Angestellte betroffen
Source:
Source 1

LEAVE A REPLY

Please enter your comment!
Please enter your name here