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Der Besitzer eines Sportgeschäfts in Arlesheim BL veröffentlichte auf Facebook Videoaufnahmen einer Familie, die im Laden Sonnenbrillen mitgehen liess. Die Polizei Baselland rät von diesem Vorgehen ab.

Auf dem Video ist zu sehen, wie die Familie in den Laden hineinläuft. Die beiden Männer trugen keine Maske und dienten als Ablenkung, während die Kinder dann mehrere Sonnenbrillen mitgehen liessen.

Facebook

Auf Facebook empörte sich der Ladeninhaber von Scheiwi Sport in Arlesheim über eine Diebesfamilie. Er teilte ein Video der Überwachungskamera des Sportgeschäfts, worauf die Familie (zwei Männer, drei Kinder und eine Frau) unverpixelt zu sehen waren.

Die Filiale wurde am 11. Juni Opfer der Diebe. Laut Ladeninhaber Andy Scheiwiller kam an diesem Tag die Familie mit ihren drei Kindern in den Laden. Die beiden Männer kamen ohne Maske in den Laden rein, was als Ablenkungsmanöver dienen sollte. Die Frau wartete indessen draussen. Das Personal ermahnte die beiden zum Tragen einer Maske. Währenddessen klauten die Kinder vier bis fünf Sonnenbrillen von den Gestellen. Laut Scheiwiller waren noch andere Leute im Laden und das Personal war beschäftigt mit Bedienen. Dass Brillen gestohlen wurden, bemerkten sie erst später. «Immer, wenn jemand beim Brillengestell war, kontrollieren wir dann die Anzahl der Brillen genaustens. So fiel uns dann auf, dass da welche fehlten.»

Es ist nicht das erste Mal, dass der Laden Opfer von Dieben wird. Bereits etliche Male veröffentlichte der Besitzer des Ladens Material der Überwachungskamera, das die Diebe in Aktion zeigt. «Wenn wir die Diebe nicht persönlich kennen, veröffentlichen wir die Aufnahmen», sagt Scheiwiller.

«Heikel, Überwachungsaufnahmen zu veröffentlichen»

Laut dem Mediensprecher der Polizei Baselland, Roland Walter, sei die Veröffentlichung von Überwachungsaufnahmen in den sozialen Medien nicht verhältnismässig. «Die Polizei empfiehlt nicht, diesen Weg einzuschlagen. Es ist heikel, solche Bilder zu veröffentlichen», so Walter. Die Geschädigten sollen die Aufnahmen lieber der Polizei zur Verfügung stellen. «Wir sind froh, gute Aufnahmen der Täter zu erhalten, da wir dann interne Fahndungsbilder erstellen können», sagt Walter weiter.

Das Phänomen der Veröffentlichung von Überwachungsbildern komme gemäss Walter mehr auf, da die Anzahl von Kameras zunehme. «Wir verstehen, dass die Geschädigten den Täter zur Rechenschaft ziehen wollen, und dann die Videos in Netz stellen», so Walter. Es sei aber wegen des Datenschutzes nicht empfehlenswert. «Es besteht auch die Gefahr, dass jemand wegen einer Verwechslung irrtümlicherweise beschuldigt wird», sagt der Mediensprecher. Am besten sei es, die Bilder nicht zu veröffentlichen, sondern der Polizei zu übergeben.

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Sportladenbesitzer stellt Brillendiebe an den Facebook-Pranger
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