Die Vertragsänderungen stossen bei der Kundschaft auf Kritik.

Tele M1

Still und heimlich: Wie «Clever Fit» die Abo-Besitzer im Kleingedruckten benachteiligt

Die Fitness-Kette «Clever Fit» passt ihre Allgemeinen Geschäftsbedingungen aufgrund der Corona-Pandemie an. Wer die AGB nicht genau durchliest, muss mit bösen Überraschungen rechnen.

«Die bestehenden AGB sind teilweise sehr allgemein formuliert. So haben wir diese überarbeitet und insbesondere präzisiert.» Mit diesem Satz informiert die Fitness-Kette «Clever Fit» ihrer Kundschaft über Vertragsänderungen. Doch so harmlos, wie in diesem Satz dargestellt, sind diese nicht. Liest man das Kleingedruckte, besagen die neuen AGB nämlich, dass Kundinnen und Kunden kein Anrecht auf Rückvergütung haben, wenn ein Center von «Clever fit» vorübergehend oder definitiv schliesst, respektive teilweise schliesst. Auch eine kostenlose Verlängerung der Mitgliedschaft oder anderweitige Alternativangebote werden ihnen abgesprochen.

Diese Änderungen stossen bei der Kundschaft auf Kritik. Ein Besucher meint etwa:

«Ich finde die Vertragsanpassung der Allgemeinen Geschäftsbedingungen kritisch. »

So könne das Fitnesscenter unilateral entscheiden, wann die vertragliche Laufzeit ausgesetzt werde und am Schluss keine Rückvergütung erfolge, so der junge Mann. Und auch eine Kundin meint, sie fände das Verhalten von «Clever Fit» unkorrekt.

Was passiert bei einem nächsten Lockdown?

Auch Pascal Jörg, Betreiber mehrerer Fitnessstudios in der Region Olten hat wenig Verständnis. Zwar könne er solche Beschlüsse in Bezug auf Corona noch einigermassen nachvollziehen, doch die Regelungen würden ja unabhängig von der Pandemie gelten.

«Ich habe noch Verständnis dafür, dass man den Kunden kein Geld zurückerstattet, aber man könnte ihnen doch sicher die Mitgliedschaft verlängern oder erweitern.»

In einer Email teilt «Clever Fit» Tele M1 mit, dass die Kunden im Falle einer Schliessung in eine andere, nicht allzu weit entfernte Filiale ausweichen dürfen. Wenn die Nutzung eines andern Studios unzumutbar sei, könne man Ausnahmen machen. Diese will «Clever Fit» in den AGB noch weiter konkretisieren.

Offen bleibt, was bei einem allfälligen nächsten Lockdown passiert. Im Fall der bisherigen Schliessungen von Fitnesszentren aufgrund von Corona hätten die Kunden bisher die Möglichkeit auf eine Zeitgutschrift auf die nächste Vertragsdauer gehabt. Diese Möglichkeit sehen die neuen AGB nicht mehr vor. (lzu)

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