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Nach dem Abzug der westlichen Truppen haben die Taliban in Afghanistan die Macht übernommen. Wer sind die Männer, die die Gotteskrieger anführen?

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Die Taliban-Führung besteht aus erfahrenen Kämpfern und Politikern aus den vergangenen Jahrzehnten. Mullah Abdul Ghani Baradar war einer der Taliban-Vertreter an einer Friedenskonferenz in Moskau im Frühjahr.

Die Taliban-Führung besteht aus erfahrenen Kämpfern und Politikern aus den vergangenen Jahrzehnten. Mullah Abdul Ghani Baradar war einer der Taliban-Vertreter an einer Friedenskonferenz in Moskau im Frühjahr.

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Haibatullah Achundsada gilt als aktueller Anführer der Taliban. Das Bild stammt aus dem Jahr 2016.

Haibatullah Achundsada gilt als aktueller Anführer der Taliban. Das Bild stammt aus dem Jahr 2016.

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Siradschuddin Hakkani gehört zum gleichnamigen Clan, dem von den USA die Planung und Durchführung von Terror-Anschlägen vorgeworfen wird. Er soll zudem enge Verbindungen zu Al-Kaida gepflegt haben.

Siradschuddin Hakkani gehört zum gleichnamigen Clan, dem von den USA die Planung und Durchführung von Terror-Anschlägen vorgeworfen wird. Er soll zudem enge Verbindungen zu Al-Kaida gepflegt haben.

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  • Nach dem Fall von Kabul dürfte eine neue Führungsriege in Afghanistan an die Macht kommen.

  • Die Männer an der Spitze der radikalislamischen Taliban haben jahrzehntelange Erfahrung im Kampf gegen den Westen.

  • Ex-Präsident Trump liess einen der führenden Taliban-Köpfe 2018 frei, um mit ihm verhandeln zu können.

Die radikalislamischen Taliban, die bereits vor der Invasion US-amerikanischer und anderer westlicher Truppen im Jahr 2001 in Afghanistan an der Macht waren, haben in den vergangenen Tagen die Hauptstadt Kabul wieder eingenommen. Zuvor hatten sich die Kämpfer zwei Jahrzehnte lang einen Abnützungskampf mit den westlichen Truppen geliefert. Die oberste Führungsriege stellt sich aus fünf Männern zusammen.

Haibatullah Achundsada – Gründungsmitglied der Taliban

Nachdem Vorgänger Mullah Mansur 2016 bei einem US-Angriff getötet wurde, trifft Haibatullah Achundsada als sogenannter «Anführer der Gläubigen» die endgültigen Entscheidungen über politische, religiöse und militärische Angelegenheiten der Taliban. Der religiöse Hardliner gehört zur Gründergeneration der Bewegung. In Quellen wird der heute etwa 60-Jährige als ehemaliger Oberster Richter der Taliban oder als dessen Stellvertreter beschrieben.

Siradschuddin Hakkani – der Mann mit siebenstelligem Kopfgeld

Das einflussreiche, militärisch erfahrene Oberhaupt des Hakkani-Netzwerkes, Siradschuddin Hakkani, ist einer von Achundsadas Stellvertretern. Das Netzwerk, das Washington unter anderem wegen Angriffen auf US-Bürger und Verbindungen zu Al-Kaida als Terrororganisation einstuft, wird für einige der grausamsten Anschläge in Afghanistan verantwortlich gemacht. Der etwa Mitte 40-jährige Hakkani wird von den USA mit einem siebenstelligen Kopfgeld gesucht.

Mullah Jakub – Sohn eines Taliban-Chefs

Der älteste Sohn des langjährigen, verstorbenen Taliban-Chefs Mullah Omar, Mullah Jakub, ist ein weiterer Stellvertreter. Mit ihm soll der Mythos Omars als identitätsstiftendes Bindeglied am Leben gehalten werden. Er soll etwa Mitte 30 sein und die Milizen steuern.

Mullah Abdul Ghani Baradar – von Trump 2018 freigelassen

Der Mitbegründer und Vizechef der radikalen Islamisten, Mullah Abdul Ghani Baradar, wurde 2010 in Pakistan festgenommen und 2018 auf Druck der USA und dem damaligen Präsidenten Donald Trump wieder freigelassen. Als Leiter des politischen Büros der Taliban in Katar war er in Verhandlungen stets präsent. Im Februar 2020 unterzeichnete er etwa für die militante Organisation das Abkommen mit den USA unter anderem über ein Ende des US-geführten Militäreinsatzes in Afghanistan. Der nach Interpol-Angaben 1968 geborene Baradar sprach mit dem damaligen US-Präsidenten Donald Trump und traf mehrmals Aussenminister Mike Pompeo.

Scher Mohammed Abbas Staneksai – früherer Gesundheitsminister

Als Chefunterhändler führte Scher Mohammed Abbas Staneksai die Taliban-Delegationen bei den Verhandlungen mit den USA und der afghanischen Regierung an. Der fast 60-Jährige ist leicht erkennbar an seinen markanten Brillen im 70er-Jahre-Stil. In der Talibanregierung bis 2001 war er stellvertretender Aussen- und Gesundheitsminister.

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(DPA/pme)

Trump liess einen der fünf Taliban-Anführer frei
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