Trump will sein Hotel in der US-Hauptstadt loswerden. Verabschiedet sich der Ex-Präsident damit aus Washington?

Der Luxusbetrieb Trump International Hotel, unweit des Weissen Hauses in Washington, steht kurz vor dem Verkauf. Eine Investorengruppe aus Florida will das Vorzeigehotel des ehemaligen Präsidenten Donald Trump übernehmen.

Der Eingang des Trump International Hotel in Washington. Der Luxus-Betrieb befindet sich in einem Gebäude, in dem einst die Hauptpost der Hauptstadt untergebracht war.

Der Eingang des Trump International Hotel in Washington. Der Luxus-Betrieb befindet sich in einem Gebäude, in dem einst die Hauptpost der Hauptstadt untergebracht war.

Mark Tenally / AP

Der abgewählte Präsident Donald Trump mag mit einer Rückkehr nach Washington liebäugeln. Er tingelt wieder durchs Land, und hält seine Anhängerinnen und Anhänger mit extra-langen Reden bei Launen. Seinen bevorzugten Rückzugsort in der US-Hauptstadt aber will der republikanische Politiker und Geschäftsmann loswerden.

Am Dienstag berichteten amerikanische Medien übereinstimmend, dass der Familienbetrieb Trump Organization in «fortgeschrittenen Verhandlungen» über den Verkauf des Trump International Hotel an der Pennsylvania Avenue in Washington stehe. Angeblich interessiert sich ein Investmentunternehmen aus Florida, die CGI Merchant Group mit Sitz in Miami, für den Betrieb. Und angeblich wollen die Investoren mehr als 370 Millionen Dollar bezahlen.

Das ist viel Geld, selbst für einen angeblichen Multi-Milliardär wie Donald Trump. (Das Wirtschaftsblatt Forbes schätzt das Vermögen des Ex-Präsidenten aktuell auf 2,5 Milliarden Dollar.) Hinzu kommt, dass sich das «Trump International», trotz Gratis-Werbung des damaligen Präsidenten, als Fass ohne Boden erwies – obwohl Trump doch stets behauptet hatte, dass sein Vorzeigebetrieb in Washington rentabel sei.

Besitzer der Immobilie ist der amerikanische Staat

So soll der luxuriöse Betrieb in den vier Jahren von 2017 bis 2021 unter dem Strich einen Verlust von 71 Millionen Dollar geschrieben haben, wie kürzlich veröffentlichte Dokumente eines Untersuchungsausschusses des Repräsentantenhauses aufzeigen.

Dieser Ausschuss, in dem die Demokraten die Mehrheit stellen, hatte Zugriff auf Geschäftsunterlagen, weil Trump die Immobilie, in dem sich ganz früher die Hauptpost Washingtons befand, nur gepachtet hat. Besitzer ist offiziell der amerikanische Staat; der entsprechende Pachtvertrag weist eine Laufzeit von 60 Jahren auf.

Im Gegenzug bezahlt die Trump Organization der zuständigen Bundesbehörde GSA (General Services Administration) monatlich einen Zins von etwas mehr als einer Viertelmillion Dollar. Auch beglich Trump die Kosten für den Umbau des ehemaligen Geschäftshauses in ein Luxushotel aus dem eigenen Sack. Angeblich kostete diese Renovation, die offiziell kurz vor dem Wahlsieg des damaligen republikanischen Präsidentschaftskandidaten im Herbst 2016 fertiggestellt wurde, gegen 200 Millionen Dollar.

Namensänderung wahrscheinlich

Der neue Besitzer, so ist es zu hören, will sich allerdings vom politisch aufgeladenen Namen «Trump» trennen. Stattdessen stehe die CGI Merchant Group in Verhandlungen mit weltweit operierenden Hotelkonzernen wie Hilton. Das letzte Wort hätte bei einer allfälligen Ablöse des Pachtvertrages die GSA, deren Chefin von Präsident Joe Biden ernannt worden ist.

Sollte Trump den Verkauf tatsächlich über die Bühne bringen, würde er wohl seinen Lieblingsort in Washington verlieren: Tisch 72 in der grossen Hotelhalle, in der er während seiner Amtszeit regelmässig Hof hielt. Angeblich ass er dort immer das gleiche: Einen Shrimp-Cocktail als Vorspeise, ein Steak (gut durchgebraten) mit Pommes frites zum Hauptgang und ein Stück Apfelkuchen oder eine Scheibe Schokoladentorte zum Dessert.

Trump will seinen Hotel in der US-Hauptstadt loswerden – damit verschwindet sein Name wohl aus Washington
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