Überteuerte Autoversicherungen, «Kampf um jedes Bett» und Fehlgeburten in der Schweiz

Automobilisten könnten hunderte Franken sparen, die Spitäler kommen immer mehr an ihre Grenzen und noch immer ist das Thema Fehlgeburt in der Schweiz ein Tabu – dabei gibt es durchschnittlich jeden Tag 117 Fehlgeburten – die News aus der Sonntagspresse.

Spitäler am Anschlag, Trauer über Fehlgeburt und hohe Preisunterschiede bei den Versicherungen - die Sonntagsnews.

Spitäler am Anschlag, Trauer über Fehlgeburt und hohe Preisunterschiede bei den Versicherungen – die Sonntagsnews.

Keystone, Alex Spichale, Stephan Liechti

Die Preisdifferenz zwischen der günstigsten und der teuersten Autoversicherung erreicht bis zu 60 Prozent. Das zeigt ein Prämienvergleich, den die «NZZ am Sonntag» publiziert hat. Laut dem Vergleichsportal Comparis kostet die günstigste Vollkaskoversicherung für einen 35-jährigen Schweizer mit dem Mittelklassewagen 575 Franken. Anbieter ist die Postfinance, welche vor zwei Jahren mit aggressiven Konditionen in dieses Geschäft eingestiegen ist.

Die teuersten Policen von Generali und Allianz kosten dagegen über 900 Franken – ein Aufpreis von 60 Prozent. Trotz den grossen Preisdifferenzen wechseln laut Comparis jedes Jahr nur 5 Prozent der Kunden ihren Anbieter. Deutlich teurer wird die gleiche Police, wenn der Kunde einen albanischen Pass hat. In diesem Fall verlangt der günstigste Anbieter 931 Franken, während es bei der teuersten Versicherung gar 1517 Franken sind.

Taskforce-Vize Urs Karrer: «Es ist ein Kampf um jedes Bett»

Unterdessen spaltet die Coronakrise weiter die Gesellschaft. Diskutiert wird über Impfpflicht und Zertifikate. Die Lage in den Krankenhäusern spitzt sich weiter zu. Chefarzt und Infektiologe Urs Karrer erlebt im Kantonsspital Winterthur aus nächster Nähe, wie angespannt die Situation derzeit ist.

In Winterthur sei bereits die Hälfte der Intensivbetten mit Covid-Patienten belegt, sagt der Vizepräsident der wissenschaftlichen Taskforce im Interview mit SonntagsBlick. Und er warnt: Derzeit landet mehr als jeder Vierte, der mit ­Covid-19 ins Spital kommt, auf der Intensivstation. Das liege nicht nur daran, dass die Patienten jünger seien und deshalb auf der Intensivstation bessere Überlebenschancen hätten, sondern auch daran, dass die Delta-Variante krank machender sei.

«Am Anfang der Pandemie musste zum Beispiel bei den 45-Jährigen nur etwa einer von 150 Infizierten im Spital behandelt werden. Mit Delta ist es einer von 50. Diese Zahlen beziehen sich wohlgemerkt auf Ungeimpfte», sagt Karrer. Schon jetzt sei es deshalb ein Kampf um jedes Bett auf der Intensivstation.

Mehr als 40 000 Fehlgeburten pro Jahr in der Schweiz

Einen inneren, schweren Trauerprozess machen Frauen durch, die ein Kind durch eine Fehlgeburt verlieren. In der Schweiz kommt es durchschnittlich zu 117 Fehlgeburten pro Tag. Im Jahr summieren sich die Fälle auf mehr als 40’000, wie die «NZZ am Sonntag» schreibt. Dass schätzungsweise jede dritte Schwangerschaft mit einem Abort endet, ist in der Gesellschaft ein Tabu-Thema geblieben. Darüber geredet wird kaum, wie Fachleute kritisieren.

Gemäss Studien empfindet jede vierte Frau nach einer Fehlgeburt neben der Trauer ein weiteres belastendes Gefühl, die Scham. «In unserer Gesellschaft herrscht nach wie vor dieser Mythos der wunderbaren und glücklichen Mutterschaft. Alles, was diese Vorstellungskraft infrage stellt, wird dabei verschwiegen: Schmerzen, Blut, Flüssigkeiten und körperliche Veränderungen – sie sind tabu», sagt Illana Weizmann, Soziologin an der Universität Tel Aviv, der «NZZ am Sonntag». Mit zunehmendem Alter steigt für Schwangere das Risiko, eine Fehlgeburt zu erleiden. Eine Erfahrung, die vor allem mit sehr viel Leid verbunden ist.

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