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Auf Twitter haben sich am Donnerstag der «Weltwoche»-Journalist Alex Baur und Adriano Aguzzi, Mediziner des Universitätsspitals Zürich, gezofft.

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Der Neuropathologe Adriano Aguzzi vom Universitätsspital Zürich streitet sich auf Twitter mit dem «Weltwoche»-Journalisten Alex Baur. 

Der Neuropathologe Adriano Aguzzi vom Universitätsspital Zürich streitet sich auf Twitter mit dem «Weltwoche»-Journalisten Alex Baur.

USZ

Screenshots ihrer privaten Konversation veröffentlichte Baur. 

Screenshots ihrer privaten Konversation veröffentlichte Baur.

Twitter

Baur hatte Aguzzis Aussagen zur Corona-Pandemie in einem Artikel der «Weltwoche» kritisiert. 

Baur hatte Aguzzis Aussagen zur Corona-Pandemie in einem Artikel der «Weltwoche» kritisiert.

Twitter

Schlagabtausch auf Twitter: Zwischen dem «Weltwoche»-Redaktor Alex Baur und dem Neuropathologen Adriano Aguzzi vom Universitätsspital Zürich brodelt es. So postete Baur am Donnerstagabend eine Konversation zwischen den beiden, wo ihn Aguzzi als «Arschloch» betitelt.

Aguzzi kritisierte zuvor in einem Post die Berichterstattung der «Weltwoche»: «Der vorbestrafte Journalist Baur legt mir Worte in den Mund, die ich nie gesagt habe. Baur verunglimpft meine Forschung, hat aber die Schule abgebrochen und noch nie eine Uni von innen gesehen. Seine grösste Lebensleistung besteht darin, dass er rechtskräftig verurteilt wurde.»

Der Neuropathologe bezieht sich auf einen Artikel vom 20. April, der in der «Weltwoche» erschienen ist. Alex Baur kritisierte darin, dass Aguzzi zu Beginn der Pandemie im März 2020 zu einem «totalen Lockdown» aufrief. «Andernfalls würden bis Ende März 50’000 Menschen erkranken.» Die Neu-Infektionen seien aber bereits am 15. März rückläufig gewesen, schreibt Baur. Später habe er zudem von «60’000 Toten bis Juli» gesprochen.

Bereits zwei Jahrzehnte zuvor habe sich Aguzzi mit «apokalyptischen BSE-Szenarien grandios verhauen». Und auch jetzt habe sich Aguzzi mit einer Aussage im italienischen Fernsehen, Italien habe die Krise besser gemeistert als die Schweiz, vertan. Die «Realität» sei: «Gemessen an der Bevölkerung hat Italien trotz viel härterer Massnahmen bislang 57 Prozent mehr mit oder an Covid-19 Verstorbene zu beklagen als die Schweiz.» Aber von dieser «Realität» habe sich «Wahrsager Aguzzi noch nie beirren» lassen.

«Sie machen sich strafbar»

Die Kritik an seinem Artikel will Baur nicht auf sich sitzen lassen und konterte: «Herr Adriano Aguzzi – Sie haben jetzt die Gelegenheit, sich bei mir in aller Form zu entschuldigen. Ich bin nicht vorbestraft, wurde nie strafrechtlich belangt. Sie betreiben neben Beschimpfung (‹Arschloch›) auch noch üble Nachrede. Sie machen sich strafbar – ist Ihnen das bewusst?»

In einem Tweet bezeichnete sich Baur jedoch selbst als «vorbestraft». Diesen repostete Aguzzi und bat Baur seine medizinische Hilfe an:

Screenshot Twitter

Danach geht der Schlagabtausch in den Privatnachrichten weiter: «Wie wärs, wenn Sie mit dem Trollen aufhören? Sie tun sich keinen Gefallen damit. Wie Sie gemerkt haben, lasse ich mich nicht einschüchtern und kann ganz gut zurücktrollen. Hier eine Kostprobe dessen, wie Ihre Tweets ankommen», so die Nachricht von Aguzzi an Baur.

Baur antwortet: «Ricoperto di caca. Wer schreibt denn solchen Mist? Ein Freund? Nein, ich habe Ihre Aussagen und Auftritte kritisch kommentiert, mit Zahlen und Fakten; wenn Sie damit nicht einverstanden sind, können Sie erklären, warum; doch wenn Sie Kritik grundsätzlich nicht ertragen, Herr Professor, dann sollten Sie besser nicht an die Öffentlichkeit treten. Grüsse, axb.»

Damit nicht genug, so antwortet Aguzzi: «Ok. Ich werde Sie blossstellen. Sie arrogantes, ungebildetes Arschloch. Sie haben sich mit dem Falschen angelegt.»

Auf Twitter postete Baur die Screenshots der privaten Konversation. Auf seinem Twitter-Kanal schrieb Aguzzi, er wolle in Zukunft keine Interviews über Covid mehr geben. Die Tweets von Aguzzi wurden vor Kurzem entfernt.

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USZ-Mediziner beleidigt «Weltwoche»-Journalist auf Twitter als «Arschloch»
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