«Wenn das wahr ist, werden Köpfe rollen»: Everest-Besteiger und Hotelier Mario Julen zu den Zermatter Verhaftungen

Dem Sohn der Familie Aufdenblatten, die das Restaurant Walliserkanne führt, sei bei der Verhaftung die Schulter ausgekugelt worden, sagt Hotelier Julen. Und er habe keine medizinische Betreuung erhalten.

Die Walliser Kantonspolizei verhaftete die Familie Aufdenblatten, welche die «Walliserkanne» führt, am Sonntagmorgen gegen 10 Uhr.

Die Walliser Kantonspolizei verhaftete die Familie Aufdenblatten, welche die «Walliserkanne» führt, am Sonntagmorgen gegen 10 Uhr.

Keystone (Zermatt, 30. Oktober 2021)

Die Behörden verwarnten die Familie Aufdenblatten, die Betreiberin der «Walliser Kanne», bereits Ende Mai ein erstes Mal: weil ein Teil des Personals keine Masken trug. Mitte September zeigte die Polizei sie an, weil sie Gästen ohne Covid-Zertifikat Einlass gewährte.

Auch bei weiteren Kontrollen stellte sie Verstösse gegen die Covid-Verordnung fest. Im Oktober traten die Gebrüder Aufdenblatten auf kla.tv auf, einem Internetportal der Impfgegner. Sie sind überzeugt: «Es gibt keine Pandemie.» Am letzten Freitag ordnete der Staatsrat die Schliessung des Lokals an, die Wirte widersetzten sich. Am Samstag deponierte dann die Polizei Zementblöcke.

Der Everest-Bezwinger Julen wird zum Vermittler

Hier kommt Everest-Bezwinger und Hotelier Mario Julen ins Spiel. Er anerbot sich der Familie als Vermittler. «Wir sind über Generationen hinweg befreundet», sagt er. «Das ist eine ehrenhafte Familie, eine grosse Steuerzahlerin.» Ihm sei klar geworden: «Jetzt wird es ganz dramatisch. Wir stehen an der Schwelle der Gewalttätigkeit und Radikalisierung.»

Noch am Samstagabend telefoniert er mit dem Einsatzleiter der Polizei, bittet ihn, keine Gewalt anzuwenden. Am Sonntag geht er zur «Walliser Kanne». Um 9.30 Uhr öffnet sie (obwohl amtlich geschlossen).

Julen sieht, wie die Polizei das Lokal umzingelt. «Ich ging direkt zur Polizei und sagte: Bitte, wendet keine Gewalt an, ich kann vermitteln.» Die Polizei wollte ihn aber sofort verhaften, verbot ihm den Kontakt zum Handy.

«Die Polizei wandte brachiale Gewalt an»

«Sie sagte der Familie nicht, dass sie nun verhaftet wird», hält er fest. «Auch wurden ihr keine Rechte verlesen.» Die Polizei sei überfallmässig auf die Familienmitglieder gestürmt, «verprügelte sie, wandte brachiale Gewalt an». Julen: «So etwas ist im Rechtsstaat Schweiz nicht vertretbar.»

Hotelier Mario Julen.

Hotelier Mario Julen.

Screenshot: Blick TV

Einem Sohn sei die Schulter ausgerenkt worden. Er habe vor Ort keine medizinische Versorgung erhalten. Und offenbar auch in Brig und Visp in zweieinhalb Stunden nicht. «Wenn das wahr ist, ist es skandalös», sagt Julen. «Dann werden Köpfe rollen.»

«Wenn das wahr ist, werden Köpfe rollen»: Everest-Besteiger und Hotelier Mario Julen zu den Zermatter Verhaftungen
Source:
Source 1

LEAVE A REPLY

Please enter your comment!
Please enter your name here