Wie stark hat der Januar-Schnee die Bäume in den Städten beschädigt?

Grosse Teile der Schweiz versanken im Januar unter dem Schnee. Dabei fielen vor allem die vielerorts abgebrochenen Baumäste auf. Je nach Region waren die Stadtbäume unterschiedlich stark beschädigt.

Der nasse Neuschnee belastete die Stadtzürcher Bäume Mitte Januar und führte zu Schäden.

Der nasse Neuschnee belastete die Stadtzürcher Bäume Mitte Januar und führte zu Schäden.

Keystone

Am 15. Januar prägten für einmal nicht die blau-weissen Trams das Zürcher Strassenbild, sondern Schneemänner, Kinder auf Schlitten und sogar der eine oder andere Langläufer wurde gesichtet. Was den Menschen aber meistens Freude bereitete, war für die Stadtbäume zum Teil eine Belastung

Kein Wunder, fielen doch in der Nacht vom 14. auf den 15. Januar in der Limmatstadt 30 bis 45 cm Neuschnee. Weil dieser besonders nass war, lastete er schwer auf den Bäumen, wie der Geschäftsbereichsleiter der Zürcher Park- und Grünanlagen, Axel Fischer, an einer Online-Medienkonferenz am Dienstag ausführte. Die starken Schneefälle haben dabei insgesamt rund 14’000 Bäume an Strassen und in Grünanlagen beschädigt. Das betreffe über einen Fünftel der rund 62’000 Stadtbäume, so Fischer.

223 Bäume sind umgestürzt und 176 geschädigte Bäume mussten aus Sicherheitsgründen gefällt werden. Die Sicherungs- und Aufräumarbeiten an Strassen, in Schul- oder Parkanlagen und in Friedhöfen seien entsprechend aufwendig ausgefallen. Dafür wurden laut Grün Stadt Zürich 1,8 Millionen Franken aufgewendet.

Geringere Schadensbilanz ausserhalb von Zürich

Mehr Glück hatten die Bäume in St. Gallen, wie Adrian Stolz, Leiter der Dienststelle Stadtgrün, auf Anfrage von «CH Media» schreibt: «Neben einzelnen Astabbrüchen ist lediglich eine grosse Föhre im Stadtpark aufgrund der Schneelast umgestürzt». Der Schnee sei aufgrund der etwas höheren Lage von St. Gallen trockener gewesen und die Bäume seien sich von früheren Jahren die Schneelast eher gewohnt.

Auch in Basel hielten sich die Schäden in Grenzen und die Berner Bäume kamen gar gänzlich unbeschadet davon. Auf Nachfrage schreiben die jeweils zuständigen Basler und Berner Stadtdepartemente, dass im Gegensatz zu Zürich und der Ostschweiz deutlich weniger Schnee gefallen und die Schneelast daher geringer ausgefallen sei. Ähnliches lässt auch die Stadtgärtnerei Luzern verlauten.

In Chur seien hauptsächlich ältere Bäume mit grossen Astabbrüchen betroffen gewesen, bei den Jungbäumen habe es nur wenige Schäden gegeben. Kleinere und grössere Astabbrüche gab es lediglich bei acht bis zehn Prozent aller Churer Stadtbäume, wie Regina Wollenmann, Leiterin des städtischen Werkbetriebs, auf Nachfrage schreibt.

Winterliche Temperaturen müssen für die Bäume nicht zwingend schädlich sein. «Die Kälte hat eine wichtige Regulationsaufgabe in der Biodiversität», erklärt etwa Daniel Hofer, Sprecher des Basler Bau- und Verkehrsdepartements. Er hofft, dass der Druck von Kastanienminiermotten, Buchsbaumzünsler und weiteren Schadinsekten in diesem Jahr dank der Kälte etwas geringer sein könnte.

Wie stark hat der Januar-Schnee die Bäume in den Städten beschädigt?
Source:
Source 1

LEAVE A REPLY

Please enter your comment!
Please enter your name here