Wieder eine Personalrochade im Bistum Chur: Martin Grichting tritt als Generalvikar zurück

Martin Grichting galt als starker Mann im Bistum Chur. Jetzt ist der Generalvikar zurückgetreten. Es ist ein logischer Schritt: Mit dem neuen Bischof Joseph Maria Bonnemain hat Grichting das Heu nicht auf der gleichen Bühne.

Weilt aktuell in den Ferien: der ehemalige Generalvikar Martin Grichting.

Weilt aktuell in den Ferien: der ehemalige Generalvikar Martin Grichting.

Bild: Corinne Glanzmann

Im Bistum Chur bleibt kein Stein auf dem anderen. Nach der geplatzten Bischofswahl vom letzten November hat Papst Franziskus Joseph Maria Bonnemain zum neuen Oberhirten des Bistums Chur ernannt. Am vergangenen Freitagnachmittag wurde der 72-Jährige in der Kathedrale Chur von Kardinal Kurt Koch zum neuen Bischof geweiht.

Schon vor der Weihe hat Generalvikar Martin Grichting, die rechte Hand des Bischofs, seinen Rücktritt eingereicht, wie das Bistum Chur am Dienstag mitteilte. Der Apostolische Administrator Peter Bürcher, der bis zur Weihe Bonnemains das Bistum Chur als eine Art Übergangsbischof leitete, nahm die Demission an. Grichting weilt derzeit in den Ferien. Ob Bischof Bonnemain an seiner Stelle einen neuen Generalvikar für das ganze Bistum ernennen wird, ist noch offen.

Bonnemain als Bischof abgelehnt

Der Rücktritt des 53-jährigen Grichtings kommt nicht überraschend. Er galt als Strippenzieher der gescheiterten Bischofswahl. Er lehnte den Vorschlag mit den drei päpstlichen Kandidaten, darunter Bonnemain, ab. Die Mehrheit der für die Wahl zuständigen Domherren trat gar nicht auf die Dreierliste ein.

Im Gegensatz zu Bonnemain pflegt Grichting ein distanziertes Verhältnis zu den Landeskirchen und lehnt das sogenannte duale System ab. Grichting galt im Bistum als Bruder im Geist des emeritierten Bischofs Vitus Huonder – kein Wunder, erwarb er sich den Ruf eines konservativen Hardliners.

Vor Grichting hatte bereits eine andere Schlüsselfigur seinen Posten im Bistum Chur geräumt: Mediensprecher Giuseppe Gracia. Vor allem das Onlineportal kath.ch kritisierte Grichting und Gracia wiederholt heftig.

Grichting wird im Bistum Chur nicht ganz von der Bildfläche verschwinden. Er bleibt Domherr. Damit darf er bei der nächsten Bischofswahl wieder mittun, sofern der Papst den Nachfolger von Bonnemain, der trotz fortgeschrittenen Alters mindestens 5 Jahre im Amt bleiben soll, nicht eigenhändig ernennt.

Wieder eine Personalrochade im Bistum Chur: Martin Grichting tritt als Generalvikar zurück
Source:
Source 1

LEAVE A REPLY

Please enter your comment!
Please enter your name here