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Sachsen führt ab Montag landesweit die 2G-Regel ein. Noch dramatischer ist die Reaktion im Nachbarland Thüringen auf die drohende Überlastung der Spitäler in der vierten Welle der Pandemie in Deutschland.

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Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Deutschland steigt Anfang November 2021 erneut stark an. Die Gesundheitsämter meldeten dem staatlichen Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 37’120 Fälle, ein neuer Höchststand.

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Deutschland steigt Anfang November 2021 erneut stark an. Die Gesundheitsämter meldeten dem staatlichen Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 37’120 Fälle, ein neuer Höchststand.

Sebastian Gollnow/dpa

Sachsen, wo die Inzidenzwerte besonders hoch sind, beschloss am 5. November 2021 als erstes Bundesland eine landesweite 2G-Regelung, die etwa für Innenräume von Gaststätten und Veranstaltungen in Innenräumen gilt.

Sachsen, wo die Inzidenzwerte besonders hoch sind, beschloss am 5. November 2021 als erstes Bundesland eine landesweite 2G-Regelung, die etwa für Innenräume von Gaststätten und Veranstaltungen in Innenräumen gilt.

Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern haben sich für Auffrischungsimpfungen für alle ausgesprochen. «Boostern nach sechs Monaten sollte die Regel werden, nicht die Ausnahme», sagte Jens Spahn nach zweitägigen Beratungen in Lindau.

Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern haben sich für Auffrischungsimpfungen für alle ausgesprochen. «Boostern nach sechs Monaten sollte die Regel werden, nicht die Ausnahme», sagte Jens Spahn nach zweitägigen Beratungen in Lindau.

Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa

  • Die Corona-Lage hat sich in Deutschland verschärft.

  • Das Robert-Koch-Institut meldet den zweiten Tag in Folge einen Höchststand der Neuinfektionen seit Beginn der Pandemie.

  • Die Bundesländer Sachsen und Thüringen schlagen Alarm.

Die vierte Corona-Welle ist mit voller Wucht in Deutschland angekommen. Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern schlagen Alarm und drängen Menschen auf, sich für eine Auffrischungsimpfung zu entscheiden. «Boostern nach sechs Monaten sollte die Regel werden, nicht die Ausnahme», sagte der Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Freitag. In Alten- und Pflegeheimen sollen die verpflichtenden Tests ausgeweitet werden. Eine Impfpflicht für das Pflegepersonal soll es aber nicht geben.

Vor allem Ältere, Menschen mit Vorerkrankungen und medizinisches Personal sollten die Auffrischungsimpfungen erhalten, sagte Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU). Grundsätzlich sollten aber sogenannte Booster-Impfungen nach sechs Monaten «für alle möglich sein». Es gehe darum, «diese Welle zu brechen».

Eine Pandemie der Ungeimpften

Noch deutlicher drückte sich Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linkspartei) aus. Er befürchtete eine baldige Überlastung der Intensivstationen in seinem Bundesland. «Das führt dazu, dass wir alsbald in andere Nachbarbundesländer auch Patienten abgeben werden müssen», sagte er im ARD-«Mittagsmagazin».

Es gäbe eine «Pandemie der Ungeimpften», bei der hauptsächlich solche Menschen auf den Intensivstationen landen, die auf den Corona-Impfstoff verzichtet hätten, sagte Ramelow. Dann: «Ich kann den Patienten nicht mehr garantieren, dass sie in ihrem Heimatbundesland gepflegt werden, das können wir nicht garantieren», so Ramelow.

Sachsen führt 2G-Regel ein

Auch Sachsen reagiert mit verschärften Massnahmen auf die kritische Corona-Lage und führt die 2G-Regel ein. Ab Montag haben zu Innenräumen von Gaststätten sowie zu anderen Veranstaltungen in Innenbereichen nur noch Geimpfte und Genesene Zugang, wie Landessozialministerin Petra Köpping (SPD) am Freitag in Dresden sagte. Das Landeskabinett beschloss dazu eine neuen Corona-Verordnung, die bis zum 25. November gilt. Das betrifft auch Grossveranstaltungen.

Bislang galt 2G – Einlass nur für Geimpfte und Genesene – in Sachsen als Optionsmodell. Kinder und Jugendliche sowie Menschen, die aus medizinischen Gründen nicht geimpft werden können, sollen demnach von einer verschärften 2G-Regelung weiter ausgenommen sein.

Höchststand der Neuinfektion seit Beginn der Pandemie

In Sachsen liegt die Sieben-Tage-Inzidenz aktuell bei 385,7 und damit deutlich über dem Bundesschnitt von knapp 170. Nur Thüringen hat eine noch geringfügig höhere Inzidenz. Zudem ist Sachsen bei der Impfquote bundesweites Schlusslicht. Laut Robert-Koch-Institut sind aktuell 68,5 Prozent der Erwachsenen im Freistaat einmal und 66,3 Prozent vollständig geimpft. Bundesweit erhielten fast 78 Prozent der Erwachsenen zwei Impfdosen.

Gleichzeitig meldete das Robert-Koch-Institut (RKI) am Freitagmorgen den zweiten Tag in Folge einen Höchststand der Neuinfektionen seit Beginn der Pandemie im gesamten Land. Demnach wurden binnen 24 Stunden 37’120 Neuinfektionen registriert. 154 Menschen starben.

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(DPA/kle)

«Wir garantieren Ungeimpften nicht die Behandlung in einem örtlichen Spital»
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