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Über 40 Personen waren bereits gegen Covid geimpft, landeten aufgrund von Corona aber im Spital, zwölf starben. Ohne Impfung wären es viel mehr, sagt der oberste Impfchef.

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Die Fallzahlen sinken, dennoch ist die Impfung keine Garantie, vom Virus verschont zu bleiben.

Die Fallzahlen sinken, dennoch ist die Impfung keine Garantie, vom Virus verschont zu bleiben.

20min/Taddeo Cerletti

134 Personen, vor allem Frauen, habe sich laut dem BAG seit dem 1. Januar trotz vollständiger Impfung mit Covid-19 angesteckt.

134 Personen, vor allem Frauen, habe sich laut dem BAG seit dem 1. Januar trotz vollständiger Impfung mit Covid-19 angesteckt.

20min/Taddeo Cerletti

Nach der Impfung sind auch Hospitalisierungen im Zusammenhang mit dem Virus nicht ausgeschlossen.

Nach der Impfung sind auch Hospitalisierungen im Zusammenhang mit dem Virus nicht ausgeschlossen.

Getty Images/iStockphoto

  • Das BAG registriert vor allem bei den über 80-Jährigen trotz Impfung Hospitalisationen und Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19.

  • «Kein Impfstoff ist zu 100 Prozent wirksam», sagt eine BAG-Sprecherin.

  • Diese Zahlen bestätigten, dass die Impfung sehr gut wirksam und ein grosser Erfolg sei, sagt der oberste Impfchef.

Bei geimpften Menschen hat das Coronavirus schlechte Chancen. Dies schlägt sich fünf Monate nach dem Impfstart zunehmend in den Fallzahlen nieder: Inzwischen sind über 1,2 Million Menschen vollständig geimpft. Am Dienstag meldete das Bundesamt für Gesundheit (BAG) mit rund 1’200 laborbestätigten Fällen einen erneuten Rückgang. Auch Taskforce-Chef Martin Ackermann sagte an der Medienkonferenz am Dienstag: «Die Zahl der Neuansteckungen verschiebt sich auf die Nicht-Geimpften.»

Dennoch ist die Impfung keine Garantie (siehe Box), vom Virus verschont zu bleiben. 134 Personen, vor allem Frauen, habe sich laut dem BAG seit dem 1. Januar trotz vollständiger Impfung mit Covid-19 angesteckt. Mit 75 Fällen ist die Quote bei den über 80-Jährigen am höchsten. Dabei handelt es sich um 46 Frauen und 29 Männer.

Hospitalisationen und Todesfälle

In den jüngeren Altersklassen liegt die Zahl der Impfdurchbrüche deutlich tiefer. Mit sieben Fällen wirkte die Impfung bei den 40- bis 49-jährigen Frauen am wenigsten.

Nach der Impfung sind auch Hospitalisierungen im Zusammenhang mit dem Virus nicht ausgeschlossen. Betroffen sind vor allem über 80-jährige Frauen (14 Fälle) und über 80-jährige Männer (13 Fälle). In den übrigen Alterskategorien (15 Fälle) brauchten deswegen keine bis höchstens sieben Personen Spitalpflege.

In wenigen Fällen registriert das BAG vollständig Geimpfte, die im Zusammenhang mit Covid-19 gestorben sind. Hier beschränken sich die Fälle auf die über 80-jährigen Frauen (fünf Fälle) und Männer (sieben Fälle). Ob diese Todesfälle ursächlich auf die Covid-19-Erkrankung trotz Impfung zurückzuführen sind, kann das BAG nicht sagen.

Meldungen sollten bei jedem Fall erfolgen

Gemeldet werden Hospitalisationen und Todesfälle im Zusammenhang mit einer Covid-Impfung dem Heilmittelinstitut Swissmedic. Laut Swissmedic-Mediensprecher Alex Josty sollte die Meldung bei jeder Hospitalisation und jedem Todesfall erfolgen, sofern diese in einem zeitlichen Zusammenhang mit einer Impfung stehen oder ein Zusammenhang vermutet wird.

Die Ursachen würden soweit möglich aufgrund der Meldung und sämtlichen vorhandenen Informationen abgeklärt, sagt Josty. «Bei Todesfällen gehört – falls vorhanden – auch der Autopsiebericht dazu.» Auch Swissmedic kann die Covid-19-Infektion für die vom BAG angeführten zwölf Todesfälle aber nicht abschliessend als Todesursache benennen.

«Das ist extrem wenig»

Impfexperten stellen den Impfschutz nicht infrage. «Eine von 10’000 Personen hat sich trotz Impfung mit dem Virus angesteckt – das ist extrem wenig», sagt Christoph Berger, Präsident der Eidgenössischen Kommission für Impffragen (EKIF). Diese Zahlen bestätigten, dass die Impfung sehr gut wirksam und ein grosser Erfolg sei.

Bei den Hospitalisationen und Todesfällen sei zudem nicht bekannt, welchen Einfluss die Ansteckung trotz Impfung gehabt habe. «Betroffen sind vor allem ältere Menschen. Diese könnte durch Vorerkrankungen eine schlechtere Immunantwort auf die Impfung gehabt haben.» Jeder Todesfall trotz Impfung sei eine Tragödie, das sei unbestritten. «Aber wir hätten ohne Impfungen noch viel mehr Todesfälle zu beklagen.»

«Kein Impfstoff ist zu 100 Prozent wirksam»

«Kein Impfstoff ist zu 100 Prozent wirksam», sagt BAG-Mediensprecherin Masha Foursova. Daher sei davon auszugehen, dass Infektionsfälle bei vollständig geimpften Personen auftreten könnten. Ein Teilschutz gegen Covid-19 beginne bereits zwei Wochen nach der ersten Dosis, ein maximaler Schutz bestehe jedoch erst zwei Wochen nach Erhalt der letzten Impfdosis. Laut Foursova kann die Wirksamkeit des Impfstoffs mit zunehmendem Alter zusätzlich abnehmen. Auch könne die Wirksamkeit des Impfschutzes gegenüber relevanten Sars-Cov-2-Varianten reduziert sein.

Foursova weist zudem darauf hin, dass in den letzten Monaten vor allem ältere Menschen geimpft worden seien. «Die Zahl der Infektionsfälle nach der Impfung bei älteren Menschen ist deshalb höher.» Das BAG werde die Entwicklung eng verfolgen.

Epidemiologen appellieren immer wieder daran, trotz Impfung vorsichtig zu bleiben. Besonders gilt dies in der Zeit, bis der vollständige Impfschutz (siehe Box) aufgebaut ist:

Auch an die Maskenpflicht müssen sich doppelt Geimpfte weiterhin halten. Nach der Impfung bestehe immer noch ein kleines Risiko, angesteckt zu werden oder jemanden anzustecken, sagte Taskforce-Chef Martin Ackermann.

Der Schutz gegen das Coronavirus beginnt laut der Informationsplattform für Impffragen Infovac rund zwei Wochen nach der ersten Impfdosis. Eine Woche nach der zweiten Dosis ist der Schutz mit 95 Prozent vollständig da. Trotz Impfungen kann es zu symptomlosen Infektionen mit dem Coronavirus kommen, sagt Manuel Battegay, Infektiologe und Chefarzt am Unispital Basel. Tief sei auch das Risiko, nach einer Impfung, das Virus zu übertragen. «Laut Studien besteht eine Reduktion des Risikos von 85 bis 90 Prozent, das Geimpfte das Virus weitergeben.»

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